Das Glasbach Bergrennen

Die gelungene Wiedergeburt eines Klassikers

7. Lauf zum NSU Bergpokal 2011

 

 

Nachdem das Rennsteig Bergrennen aus dem Rennkalender der deutschen Bergmeisterschaft gestrichen wurde schaute sich die RSG Altenstein nach einer neuen Möglichkeit um in unmittelbarer Nähe ein Bergrennen aufleben lassen zu können.
Was bot sich besser an als das legendäre Glasbach Bergrennen wieder aufleben zu lassen, welches aber Anfang der Neunziger Jahre den Sicherheitsvorschriften und den aktuellen Standarts nicht mehr entsprach. Was jetzt kommt ist mir in zwanzig Jahren Bergrennsport noch nie passiert! Der RSG Altenstein renoviert innerhalb eines Jahres ein Teilstück der Strecke, genau genommen 2200 Meter auf den aktuellsten Stand. Ein weiterer Teil soll dann bis zum Rennen 2012 renoviert sein, so das diese Strecke 5500 Meter lang ist und sogar für die Bergeuropameisterschaft vorbereitet wird. Die aktuellen 2200 Meter wurden mit modernstem Asphalt und Leitplanken versehen. Zusätzlich wurden allerlei Sicherheitfeatures verbaut, wie Betonmauern, neuste Sicherheitssysteme wie Ampelanlage usw. Was der Altensteiner Motorsportclub dort auf die Beine gestellt hat ist aller Ehren wert, entstanden ist eine spektakuläre Strecke die hohe Ansprüche an die Fahrer stellt!
Der NSU Bergpokal stellte sich mit elf Rennern natürlich dieser neuen Herausforderung in Thüringen, alle Fahrer fingen bei null an und mussten das neue Terrain im Training erkunden!

                

                Bernhard Neuner rast durch das Kurvenlabyrinth, Neuland für alle!

Los ging die Hatz mit Bernhard Neuner, der schon im ersten Trainingslauf mit 1.21.544 seine Bestzeit mobilisierte, das war Trainingsrang 11 vorerst. Bernhard äußerte sich sehr positiv über die Streckenführung und natürlich auch über die wahnsinnigen Bemühungen des Vereins!

Einen Tick schneller ging Roman Szott das Geschehen hier an, mit 1.20.101 fand er seine persönliche Topzeit. Roman ist ein Mann, der Anfangs locker an die Rennläufe herangeht, dann aber mit der Anzahl der Läufe gerade im Renngeschehen überraschen kann!

Dann kam das Doppelpack Wolfgang Marx und Wolfgang Schwalbe, welches sich über die ganze Saison sehr spannende Zweikämpfe liefert. Sie motivieren sich gegenseitig sehr ,so das sehr tolle Zeiten möglich sind und die beiden dadurch noch einen Zusatzschub bekommen ,so finde ich. Hier im Training hat Wolfgang Marx das hauchdünne bessere Ende für sich, mit 1.16.506 stürmt er auf Rang acht. Wolfgang Schwalbe lässt aber nicht locker, er folgt ganz knapp mit 1.16.590 auf Rang neun, tolles Duell!

                   

                 Im Training schneller als Kollege Wolfgang Schwalbe, Wolfgang Marx

Dann Mike Vogel, der ebenfalls wie Wolfgang Marx über einen NSU TT mit Davidovic Power im Heck verfügt! Mike der nunmehr seit etwa 30 Jahren NSU fährt weiß natürlich genau wie man am Lenkrad eines solchen Renners drehen muss. Er rast mit dem Straßen zugelassenen Rennwagen auf eine fantastische Zeit von 1.13.877, damit zeigt er wie immer volles Potenzial, Rang sieben.

Immer wenn er da ist, ist mit ihm zu rechnen, die Rede ist von Frank Kleineberg. Er hat leider nicht so viel Zeit die ganze Saison durch zu fahren, aber um so mehr freue ich mich wenn er an der Startlinie steht. Frank der motorentechnisch gut aber nicht perfekt da steht macht durch Einsatzfreude am Lenkrad dieses Handicap wieder weg. Mit 1.10.895 zeigt er sich hier auf Position sechs im Training.

Karl Heinz Meurer geht hier phänomenal zu Werke. Er findet über die ganze Saison immer wieder Sekündchen um den Abstand zur absoluten Spitze zu verkürzten, so auch hier beim Glasbacher Bergrennen! Mit 1.10.551 präsentiert er sich in absoluter Bestform und haut alle vom Hocker. Karl Heinz Meurer rast im Davidovic befeuertem Auto auf einen tollen fünften Rang!

                    

              Lässt es richtig brennen, Karl Heinz Meurer im unteren Streckenteil

Über Thomas Krystofiak, dem Bändiger der großen NSU Limosine brauch ich nicht sonderlich viele Worte verlieren. Unendliche Motorenpower im KWR Aggregat und null Angst machen ihn zu einem Mann den man immer egal wo und wann auf der Rechnung haben muss. Am Berg hier in Glasbach einer Mutstrecke fühlt er sich natürlich besonders zuhause! 1.10.406 hat Thomas anzubieten, Trainingsrang 4 im NSU 1200c, Klasse.

Die 1.10 ner Marke knackt als erster Uwe Schindler. 1.09.575 stehen bei Uwe zu Buche und können sich absolut sehen lassen. Uwe, der auch über Jahrzehnte im NSU TT an zahlreichen Slalomrennen und Bergrennen teilgenommen hat weiß natürlich wie man diesen Wagen beherrschen muss. Die Fahrt ist akkurat und sauber, nicht überzogen, so muss das sein, Rang drei im Feld.

                  

                   Uwe Schindler gibt alles im KWR Renner

Steffen Hofmann feuert im dritten Trainingslauf wieder eine Zeit in den Asphalt, die mich in Erstaunen versetzt. 1.07.972 macht das Bamberger Motorsporturgestein möglich. Optimale Fahrt war die Voraussetzung für so eine Glanzzeit. Steffen wer soll da noch rankommen Frage ich mich?! Steffen belässt es bei drei derer vier Trainingsläufe, man will die Technik ja auch nicht unnötig weit strapazieren. Mit dieser Leistung konnte Steffen sich im Liegestuhl erst einmal zurücklehnen und den weiteren Dingen fröhnen!

                

               Starke Kulisse, Steffen Hofmann rast durch Steinbach

Das ging aber genau bis zu dem
Zeitpunkt als Jörg Davidovic zum vierten Trainingslauf an die Startlinie rollt. Der schnelle Mann aus dem Odenwald hatte Steffen seine Zeit im Hinterkopf und wollte es dann noch einmal richtig wissen. Jörg mobilisierte alles was an Mut in ihm und an Power im Prinzen steckte! Auch er bewältigte diese Piste optimal. Das Zusammenspiel aus Mensch und Maschine passte, 1.07.949 war die Antwort von Jörg Davidovic auf Steffen Hofmann, Spannung für den Renntag lag so in der Luft, ich war mehr als gespannt!

Der Renntag präsentierte sich wie in 2011 üblich im Gegensatz zur Wettervorhersage, die Trockenheit und Sonne prognostizierte in Rennlauf 1 nass und in Lauf 2 halbnass. Diese beiden Läufe wurden mit den NSUs auf Regenreifen bestritten ,was bestimmt die bessere Lösung dieses Geschehens war.

Nun ging es los, Bernhard Neuner hatte leider  Pech und wurde von starker Migräne geplagt, Lauf 2 war so garnicht möglich, aber drei Läufe von den vieren reichen in der NSU Wertung ja bekanntlich für volle Punkte. So nutzte Bernhard die drei Läufe, in denen es ihm am besten ging. Mit diesem Handicap versehen raste er auf 1.19.543 herunter und konnte sogar seine Trainingzeit verbessern, Rang 11 für den Bär, dessen Motor sich leider mit Ölverlust herumplagte. Hoffentlich ist das bis zum kommenden Wochenende in Unterfranken noch wieder hinzubekommen!

Uwe Schindler hatte hier im Renngeschehen auch etwas Pech. Ein angerissener Kupplungszug verhinderten die Gangwahl im zweiten Wertungslauf. Klar kann man mit dem gerade verzahnten KWR Getriebe die Gänge durchreißen, doch man will das Material ja auch nicht unnötig zerstören. So raste Uwe möglichst Getriebe schonend den Berg hinauf. Es wurden Kurven im dritten Gang befahren, in denen sonst Gang 2 gereicht hätte, dazu die halbnasse Fahrbahn, das war schon kriminell. Im unteren Teilstück drehte sich Uwe und schlug rückwärts in die Planken ein. Außer die sechs Rückleuchten und einem lauten Knall an der Leitplanke war aber nichts geschehen, zum Glück!
Uwe konnte die restlichen Läufe noch unter die Räder nehmen und betrieb Schadensbegrenzung, mit 1.07.638 trieb er den KWR Renner im letzten trockenen Lauf noch mal zu persönlicher Tagesbestzeit und zu wichtigsten Punkten im Pokal!

Rang neun in der Gesamtwertung heimste Roman Szott ein, der alle vier Wertungsläufe unter Dach und Fach bringen konnte. Romans Bestzeit bezifferte sich mit 1.17.880 viel schneller als im Training und einer Gesamtzeit von 5.31.941 sauber gefahren.

                

                Roman Szott steigert sich gewaltig gegenüber dem Training

Jetzt kommen wir wieder zum spannenden Duell der beiden Wolfgangs! Wolfgang Schwalbe hatte im Rennen hauchdünn das bessere Ende für sich, mit 1.16.114 fuhr er seine Bestzeit in Lauf 3. Wolfgang Marx kontertet in Lauf 4 mit 1.16.992 doch die Gesamtzeiten schrieben folgendes Ergebnis: Rang 8 für Herrn Marx mit 5.16.662 und Rang 7 für Hern Schwalbe mit 5.15.269 beide sehr sehenswert unterwegs, wie gesagt starkes Duell!

             

            Heute am Renntag hat Wolfgang Schwalbe das bessere Ende für sich

Mike Vogel fing mit 1.19 er Zeit am morgen an, es folgten 1.14, 1.13 und im letzten Rennlauf eine hervorragende 1.12.569. Schade hätten wir noch mehr Rennläufe gehabt wäre vielleicht noch mehr möglich gewesen. Mike war zu jeder Zeit und zu jeder Witterung optimal
Unterwegs und das ohne einmal
Die Reifen zu wechseln. Die Semi Slicks mussten für alles herhalten welches auch bestens gelang, 5.00.572 Gesamtzeit, Rang 6!

             

             Mike Vogel im tollen Parcour von Steinbach/ Bad Liebenstein

Karl Heinz Meurer hatte auch ein Erlebnis der nicht so schönen Art. Ihm riss im Ziel eine Feder, die dafür verantwortlich war den Gaszug zu entlasten. Das war ohne oder mit kaputter Feder natürlich nicht möglich. Für Karl Heinz bedeutete das im Ziel bei etwa 140 km/h und Bremszone absolut Vollgas. Die Routine von Karl Heinz machte aus dieser Situation aber das beste, Not Aus und Renner aus!
Im Renngeschehen konnte Karl Heinz sich mit 1.10.870 wieder bestens verkaufen! Schnell aber stets sicher war Karl Heinz unterwegs, Gesamtzeit 4.57.861, toller fünfter Rang.

Wir erinnern uns an Frank Kleineberg, der nicht ganz die Top Motorleistung im
Auto hat. Wie kann man einen Rennlauf gewinnen mit zu wenig Motorenpower? Man kann ,Frank präsentierte morgens bei schwierigen Wettertechnischen Verhältnissen Top Zeiten. Lauf 1 konnte er sauber und rund gefahren für sich entscheiden, in Lauf 2 halbnass war noch einmal Rang 2 drin. Eine Top Vorstellung des Mannes aus Niedersachsen, der sich immer in Bestform präsentiert! Die Laufbestzeit von Frank betrug 1.09.712, mehr war wirklich nicht drin, Gesamtzeit mit 4.44.666 Rang vier , Glückwunsch nach Niedersachsen, das war aller Ehren wert!

               

         Das war sein Lauf mit Bestzeit, volle Punkte im Regen für Frank Kleineberg

Nicht minder schnell unterwegs, Thomas Krystofiak! Stets letzte Rille! In der Sprecherkabine hielten sämtliche Moderatoren die Luft an, als Thomas bei etwa 110 km/h quer durch die Kurve driftete und die Fahrbahn Millimeter genau ausgenutzt hatte. Wo bringen einen solche Manöver hin, Thomas weit nach vorne, sogar auf das Podest, Tagesbestzeit: 1.08.622, Gesamtzeit: 4.43.785 Rang drei an diesem Wochenende, Klasse Auftritt!

              

             Limit bei Thomas Krystofiak, so geht das in jeder Kurve!

Nun verblieben noch Steffen Hofmann und Jörg Davidovic. Diese beiden holten das letzte aus ihren NSU TT. Hier wird mit Uwe Schindler um die Top Platzierungen in der Gesamtwertung 2011 gefightet!

               

               Absolut verdienter Sieg, Jörg Davidovic war klasse unterwegs!!!


Beide waren sauschnell, Jörg der eigentlich nicht so gerne bei Regen unterwegs ist prügelte in Lauf 2 seinen Renner zur absoluten Bestzeit. In Lauf 1 war für Jörg hinter dem wie entfesselt fahrenden Frank Kleineberg noch Rang 2 drin. Steffen Hofmann rutschte mit den Regenreifen im halbtrockenen nur durch die Gegend und konnte zwar spektakulär fahren aber Jörg Davidovic nie gefährden! Jörg der mit knapp über zwei Sekunden Gesamtzeitvorsprung nach zwei Läufen in den trockenen Nachmittag fuhr konnte sich weiß Gott nicht ausruhen, denn jetzt schlug die Stunde von Steffen Hofmann, der nichts mehr zu verlieren hatte und voll zum Angriff blies! Mit 1.07.148 wurde NSU Bestzeit gefahren in Lauf 4 , Lauf 3 schloss Steffen infernalisch mit 1.07.537 ab. Jörg konnte super folgen, wollte aber auch nicht zu viel riskieren und den weißen Renner auf der Piste lassen. 1.07 wären drin gewesen doch 1.08.071 und 1.08.519 sollten und reichten für den Gesamtsieg im NSU Bergpokal hier beim Glasbach Bergrennen in Thüringen, nähe Bad Liebenstein! Steffen Hofmann  bildete seine Gesamtzeit mit 4.42.186 ab und Jörg Davidovic siegte mit 4.41.642, Klasse Duell, Glückwunsch an beide! Schon in einer knappen Woche soll es in Unterfranken weitergehen, ich denke hier wird auch Uwe Schindler wieder derbe mit ins Geschehen eingreifen, lassen wir uns überraschen!