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Das
Racing Team Trier (RTT) wird aus "unüberwindbaren sportlichen und
personellen Defiziten" 2012 kein Trierer Bergrennen veranstalten,
die Zukunft des EM-Laufs darüber hinaus ist fraglich. Dem RTT fehlt das
Personal. Der 5. Juni 2011 wird ein historisches Datum bleiben - denn
wohl zum letzten Mal wurde an diesem Tag ein Sieger beim Trierer
Bergrennen gekürt - zum 40. Mal nach 1971. Nun das nicht ganz
unerwartete Aus: Der Vorstand des Veranstalters Racing Team Trier (RTT)
hat entschieden, dass es 2012 kein Rennen mehr auf der Kreisstraße 82
zwischen Fell und Thomm geben wird. In einer ausführlichen
Vorstandserklärung heißt es zur Begründung, dass das Personal zur
Organisation des Rennens fehle.
Rennleiter Hans Willwert, Dieter Propson, einer von zwei Orgaleitern,
und nicht zuletzt Präsident Manfred Kronenburg (unter anderem
verantwortlich für Sponsoring) hatten vor kurzem ihren Rückzug vom
Rennen erklärt. Darüber hinaus können die rund 40 RTT-Mitglieder die
zusätzlichen Aufgaben für Organisation und Durchführung des Rennens
nicht mehr stemmen.
Gestern wurden der Deutsche Motorsportbund sowie die Veranstalter der
Berg-Europameisterschaft schriftlich darüber informiert, dass das RTT
seine Kandidatur für die DM- und EM-Läufe 2012 zurückzieht.
Vorausgegangen waren lange interne Diskussionen - und nach zwei tödlichen
Unfällen bei EM-Rennen in der Schweiz (2010) und Italien (2011) waren
auch Sicherheitsbedenken wegen des knappen ehrenamtlichen Personals an
der Strecke mit ausschlaggebend. Ob es 2013 ein Bergrennen geben wird,
steht in den Sternen, nach Informationen der Tageszeitung Trierischer
Volksfreund (TV) scheint das Aus für das Rennen endgültig.

NSU Fahrerlager in Trier 2011
"Wir wollen mit Anstand abtreten. Lieber ein Ende mit Schrecken als
Schrecken ohne Ende", sagte RTT-Präsident Kronenburg. In 40 Rennen
- darunter 21 als einzigem EM-Lauf auf deutschem Boden - war es nie zu
Personenschäden gekommen. Und statt EM-Lauf nur in der deutschen
Meisterschaft antreten, was weniger Aufwand bedeutet hätte? Dagegen
sprachen sich die Mitglieder aus. Am Mittwoch informierte Kronenburg die
Ortsbürgermeister von Fell und Thomm. Mit dem Ende des Bergrennens wird
es auch keinen Berglauf und kein Promi-Rennen (jeweils für soziale
Zwecke) mehr geben. Auswirkungen auf die Organisation des
Rallye-WM-Laufs wird das Aus für das Bergrennen nicht haben: "Dort
stehen wir weiterhin bereit", sagte Kronenburg, der im Januar auch
wieder für das Präsidentenamt des RTT kandidieren wird.

Steffen Hofmann in der schnellen 4 Gang Vollgas Zielkurve
Chronik - 1971: Das erste Bergrennen findet auf der damals noch 3060
Meter langen Strecke statt. 1976: Aus organisatorischen Gründen findet
kein Bergrennen statt. Manfred Kronenburg wird Präsident des RTT, ein
Amt, das er bis heute innehat. 1977: Nach einjähriger Pause wird wieder
ein Bergrennen gestartet - auf der alten Strecke zwischen Fell und
Thomm. 1984: Erstmals Lauf zur Deutschen Bergmeisterschaft. 1989: Erster
Berglauf, dessen Einnahmen der Trierer Sportstiftung zugutekommen. 1990:
Erstmals wird das Rennen in den Veranstaltungskalender der Europäischen
Bergmeisterschaft aufgenommen. 1994: Neu im Programm ist das
Promi-Rennen, die Einnahmen gehen an Kinder- und Jugendprojekte. Seit
1994 ist das Trie rer Rennen permanent in der EBM vertreten. 1995: Das
Racing Team Trier richtet erstmals die Gesamt-Siegerehrung für die
Europäische Bergmeisterschaft aus. 1998: Neben Läufen zur Deutschen
und der Europäischen Meisterschaft kommen Rennen zur Luxemburgischen
Meisterschaft sowie Läufe im Rahmen der Historic Hill Climb Challenge
dazu. Ebenfalls neu: das TV-Euro-Formel-Meeting. 2006: Zum zweiten Mal
organisiert das RTT die EBM-Siegerehrung in Trier - mit hohem Besuch:
Fia-Präsident Max Mosley ist an der Mosel zu Gast. 2007: Nach 32 Jahren
tritt Kronenburg als Orgaleiter ab, neu ist die Doppelspitze Helmut
Weyer/Dieter Propson. 2010: Der Italiener Simone Faggioli verbessert den
noch heute gültigen Streckenrekord auf 1:29,786 Minuten. 2011: Der
Bayer Georg Plasa verbessert den Tourenwagen-Streckenrekord auf 1:38,783
Minuten, wenige Wochen später verunglückt er tödlich.
Auszug aus dem Trierischen Volksfreund vom 23.12. 2011
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