Der Berg ruft nicht mehr - Aus für das Trierer Bergrennen
Doch geringe Hoffnung besteht .......
Quelle: www.berg-meisterschaft.de  (Thomas Bubel)

Das Racing Team Trier (RTT) wird aus "unüberwindbaren sportlichen und personellen Defiziten" 2012 kein Trierer Bergrennen veranstalten, die Zukunft des EM-Laufs darüber hinaus ist fraglich. Dem RTT fehlt das Personal. Der 5. Juni 2011 wird ein historisches Datum bleiben - denn wohl zum letzten Mal wurde an diesem Tag ein Sieger beim Trierer Bergrennen gekürt - zum 40. Mal nach 1971. Nun das nicht ganz unerwartete Aus: Der Vorstand des Veranstalters Racing Team Trier (RTT) hat entschieden, dass es 2012 kein Rennen mehr auf der Kreisstraße 82 zwischen Fell und Thomm geben wird. In einer ausführlichen Vorstandserklärung heißt es zur Begründung, dass das Personal zur Organisation des Rennens fehle.

Rennleiter Hans Willwert, Dieter Propson, einer von zwei Orgaleitern, und nicht zuletzt Präsident Manfred Kronenburg (unter anderem verantwortlich für Sponsoring) hatten vor kurzem ihren Rückzug vom Rennen erklärt. Darüber hinaus können die rund 40 RTT-Mitglieder die zusätzlichen Aufgaben für Organisation und Durchführung des Rennens nicht mehr stemmen.

Gestern wurden der Deutsche Motorsportbund sowie die Veranstalter der Berg-Europameisterschaft schriftlich darüber informiert, dass das RTT seine Kandidatur für die DM- und EM-Läufe 2012 zurückzieht. Vorausgegangen waren lange interne Diskussionen - und nach zwei tödlichen Unfällen bei EM-Rennen in der Schweiz (2010) und Italien (2011) waren auch Sicherheitsbedenken wegen des knappen ehrenamtlichen Personals an der Strecke mit ausschlaggebend. Ob es 2013 ein Bergrennen geben wird, steht in den Sternen, nach Informationen der Tageszeitung Trierischer Volksfreund (TV) scheint das Aus für das Rennen endgültig.

                          

               
                              NSU Fahrerlager in Trier 2011


"Wir wollen mit Anstand abtreten. Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende", sagte RTT-Präsident Kronenburg. In 40 Rennen - darunter 21 als einzigem EM-Lauf auf deutschem Boden - war es nie zu Personenschäden gekommen. Und statt EM-Lauf nur in der deutschen Meisterschaft antreten, was weniger Aufwand bedeutet hätte? Dagegen sprachen sich die Mitglieder aus. Am Mittwoch informierte Kronenburg die Ortsbürgermeister von Fell und Thomm. Mit dem Ende des Bergrennens wird es auch keinen Berglauf und kein Promi-Rennen (jeweils für soziale Zwecke) mehr geben. Auswirkungen auf die Organisation des Rallye-WM-Laufs wird das Aus für das Bergrennen nicht haben: "Dort stehen wir weiterhin bereit", sagte Kronenburg, der im Januar auch wieder für das Präsidentenamt des RTT kandidieren wird.

                               

              Steffen Hofmann in der schnellen 4 Gang Vollgas Zielkurve



Chronik - 1971: Das erste Bergrennen findet auf der damals noch 3060 Meter langen Strecke statt. 1976: Aus organisatorischen Gründen findet kein Bergrennen statt. Manfred Kronenburg wird Präsident des RTT, ein Amt, das er bis heute innehat. 1977: Nach einjähriger Pause wird wieder ein Bergrennen gestartet - auf der alten Strecke zwischen Fell und Thomm. 1984: Erstmals Lauf zur Deutschen Bergmeisterschaft. 1989: Erster Berglauf, dessen Einnahmen der Trierer Sportstiftung zugutekommen. 1990: Erstmals wird das Rennen in den Veranstaltungskalender der Europäischen Bergmeisterschaft aufgenommen. 1994: Neu im Programm ist das Promi-Rennen, die Einnahmen gehen an Kinder- und Jugendprojekte. Seit 1994 ist das Trie rer Rennen permanent in der EBM vertreten. 1995: Das Racing Team Trier richtet erstmals die Gesamt-Siegerehrung für die Europäische Bergmeisterschaft aus. 1998: Neben Läufen zur Deutschen und der Europäischen Meisterschaft kommen Rennen zur Luxemburgischen Meisterschaft sowie Läufe im Rahmen der Historic Hill Climb Challenge dazu. Ebenfalls neu: das TV-Euro-Formel-Meeting. 2006: Zum zweiten Mal organisiert das RTT die EBM-Siegerehrung in Trier - mit hohem Besuch: Fia-Präsident Max Mosley ist an der Mosel zu Gast. 2007: Nach 32 Jahren tritt Kronenburg als Orgaleiter ab, neu ist die Doppelspitze Helmut Weyer/Dieter Propson. 2010: Der Italiener Simone Faggioli verbessert den noch heute gültigen Streckenrekord auf 1:29,786 Minuten. 2011: Der Bayer Georg Plasa verbessert den Tourenwagen-Streckenrekord auf 1:38,783 Minuten, wenige Wochen später verunglückt er tödlich.

Auszug aus dem Trierischen Volksfreund vom 23.12. 2011

                       

                      Technische Abnahme in 2011

                      

Nun zur Hoffnung......

 

Ein Tag vor Weihnachten platze die Bombe, Schluss und Aus für das Trierer ADAC Bergrennen.  17 Jahre lang war das Rennen zwischen Fell und Thomm der Deutsche Beitrag in der Europa-Bergmeisterschaft. Noch im letzten Jahr wurde das 40. Jubiläumsrennen gefeiert. Die Veranstaltung zählte bei Fahrern und Fans zwar nicht immer zu den beliebtesten Bergrennen in Deutschland, doch dass auf der Kreisstraße 82 künftig keine Rennwagen mehr rollen sollen, dass schockiert doch die Allermeisten. Unter dem Motte „Bergrennen muss bleiben!!!!“ hat sich nun via Facebook eine kleine Gemeinschaft gefunden, die das Bergrennen vor den Toren der ältesten Stadt Deutschlands, noch nicht aufgeben wollen. Es sind Fans aus dem lokalen Umfeld und keine Mitglieder des bisherigen Veranstalters, dem Racingteam-Trier. Die offene Gruppe auf Facebook hat bislang 137 Mitglieder. Händeringend gesucht werden Helfer, die bei einem möglichen Neuanfang ab 2013 mit anpacken wollen. Siehe: http://www.facebook.com/#!/groups/312611875438897/